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Kurztrip nach Stockholm

Der 09. Oktober sollte ganz im Rahmen des Elektrisch Festivals in Zwickau stehen – völlig verzückt wollte ich mir das Klinik-Konzert ansehen und auch Amnistia huldigen. Bis – ja bis ein anderes Ereignis für eben jenen Termin bekannt gegeben wurde: Das Bodyfest in Stockholm mit einem Reunion-Konzert der schwedischen Formation Pouppée Fabrikk!

Da ich sie noch nie gesehen hatte und auch gerade ziemlich auf dem PF-Trip war, juckte es schon mächtig in den Fingern, einen Ausflug nach Stockholm zu buchen. So richtig getraut habe ich mich allerdings noch nicht.
Als im August dann aber noch Front 242 das Lineup um den Headliner ergänzten, gab es kein Halten mehr. Da muss ich hin!
Wie der geneigte Blogleser ja schon mitbekommen hat, fand sich ein kleines Trüppchen Reisewilliger zusammen und – damit sich so ein Ausflug auch lohnt – buchten wir von Donnerstag früh bis Montag früh. Als Sahnehäubchen fiel dann noch der Stockholm-Auftritt von Front Line Assembly (mit Support durch Mind.In.A.Box) auf eben jenen Donnerstag, an dem wir königlichen Boden betreten wollten.

Donnerstag, 07. Oktober 2010

In aller Frühe brachen Jens, Stefan, Denis und ich in Braunschweig auf Richtung Berlin-Schönefeld, wo wir Punkt 7 Uhr ankamen. Gepäck aufgeben, Sicherheitskontrolle (Dank der Stahlkappen in den Rangers auf Socken) und Flugzeug besteigen, gingen recht flott von Statten, so dass wir dann auch pünktlich 8.30 Uhr vom Boden abhoben. Für mich war es nach der Griechenlandreise meine zweite Flugreise überhaupt. Knapp 1,5 kurze Stunden, die allerdings auch mit ein paar Turbolenzen einhergingen. Anfangs konnte man noch ganz gut sehen, aber dann zogen sich die Wolken immer dichter zusammen, so dass wir erst wieder Sicht hatten, kurz bevor wir bei strömendem Regen in Skavsta ankamen.

Unser Gepäck hatten wir recht schnell bekommen, so dass wir eine Stunde eher als geplant den Bus nach Nyköping nehmen konnte. Wir hofften, dort die Zeit bis zur Abfahrt des Zuges nach Stockholm besser verbringen zu können, als auf dem Flughafen in Skavsta. Aus heutiger Sicht würde ich dies allerdings nicht mehr tun – außer einem kleinen Café hätten wir nur die sehr kleine Wartehalle des Bahnhofes zum Zeitvertreib gehabt. Also eindeutig mehr erlebt hätten wir vermutlich, wären wir doch am Flughafen geblieben. Aber hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer.
Wir kriegten die Zeit rum und enterten den Zug nach Stockholm. Seitlich sitzend wurde es Jens und mir hundeübel auf der knapp einstündigen Fahrt. Was war ich froh, als wir wieder aussteigen konnten.
Am Bahnhof in Stockholm wurden wir schon von Intox-Matze und seinem Bruder Jörn erwartet, die uns gleich mit Stadtplänen versorgten und uns zu unserem Hostel in der Altstadt (Gamla Stan) begleiteten. Ganz Gentleman hat der gute Matze dann auch meinen Koffer über das historische Kopfsteinpflaster gezogen, damit ich schon mal die Kamera zücken konnte.
Hach! Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll, außer „Hach!“… Was für eine wunderschöne Altstadt. Hach! Hübsche Häuser, schmale Gassen, kleine Lädchen, Boutiquen, Cafés, Restaurangen… Hach! Schön! Wunderschön! Hier find ich es toll!

Unser Hostel lag unweit des Palastes am Skeppsbron – direkt am Wasser. Wirklich sehr wunderschön gelegen.
Matze und Jörn verabschiedeten sich an dieser Stelle erstmal, damit wir einchecken und unsere Zimmer beziehen konnten.

Ich staune immer wieder, wie solche Hostels gebaut sind. Um viele Ecken verwinkelte Gänge, hier 3 Stufen hoch, den Gang entlang, rechts um die Ecke, eine Treppe runter, den Gang rechts entlang, einmal um die Ecke. Und das war nur der Weg von der Rezeption in mein Zimmerlein. Erstmal musste man aber schon 3 Etagen zur Rezeption hoch. Die Zimmer der Jungs lagen von der Rezeption aus gesehen eine Treppe höher und dann rechts den Gang entlang. Immer wieder erstaunlich. Und hey – ich hab mich nicht einmal verlaufen! Das finde ich schon bemerkenswert. Im ganzen Hostel sind mehrere Küchen verteilt, die man nutzen konnte – es war alles sauber und man konnte ohne Bedenken alles mit nutzen.

Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, sind wir erstmal in den nächsten Stadtteil (Södermalm) gelaufen – zu Fuß ist alles sehr bequem zu erreichen, um Lebensmittel einzukaufen. Wir fanden einen Lidl, in dem wir uns mit Frühstücksutensilien und Getränken eindeckten.
Dann ging es schnell zurück ins Hostel, wo wir uns frisch machten nach der Anreise und dem Regen und dann abend-ausgehfein herrichteten.
Wir kehrten in einen zuvor auf Södermalm entdeckten Pub ein zum Abendessen und konnten dort erstmals die sehr hohen Alkoholpreise erfahren.

Gestärkt ging es in den Club „Debaser„, in dem Mind.In.A.Box und Front Line Assembly auftraten. Praktischerweise lag diese Location niedliche 400 Meter von unserem Hostel entfernt.
Auch hier: Alkoholpreise jenseits von Gut und Böse. Der Wodka-Lemon war dann auch der einzige, den ich während des gesamten Stockholm-Aufenthaltes zu mir nahm. Ab da trank ich dann nur noch Coke bis auf den letzten Abend.
Die Stimmung im Club war sehr gut, der Club selbst ist ebenfalls recht schön – jedoch hatte ich hier das erste mal die Möglichkeit, zu erfahren, dass es nicht zwangsläufig nach Männlein/Weiblein getrennte Toiletten gibt. Da steht mann/frau dann eben gemeinsam in der Schlange.
Wir trafen Matze und Jörn wieder und auch den Bruder eines Freundes und erlebten zwei wunderbare Konzerte. Während bei Mind.In.A.Box noch alles recht überschaubar war – gut gefüllt, aber nicht gedrängelt, platze der Club bei FLA fast aus allen Nähten. Wirklich Sichtkontakt zur Bühne hatte ich nicht, aber ich habe FLA bereits auf dem Amphi und eine Woche zuvor in Hannover mit besten Sichtverhältnissen erlebt, so dass ich nicht untröstlich war. Wir blieben noch ein kurzes Weilchen auf der Aftershowparty, bei der wir feststellten, dass Schweden doch irgendwie anders feiern als wir, aber nach einem kurzen Fototermin mit Willhelm Schröder verabschiedeten wir uns nach einem langen, anstrengenden Tag und gingen zurück zum Hostel.


Freitag, 08.10.2010

Am nächsten Morgen trafen wir uns zeitig zum Frühstück und brachen dann auf, die Stadt zu erkunden. Durch die Gamla Stan vorbei am Palast über eine der vielen Brücken nach Norrmalm – welches das Zentrum von Stockholm und somit auch ein Shopping-Paradies darstellt. Ich würde es „ein entspanntes Gewimmel und Getümmel“ nennen. Es war viel los, aber nicht nervig dabei. Hier war ein Michael Jackson Double dabei, den Moonwalk hinzulegen, dort trafen sich hunderte von Leuten auf einem Platz scheinbar zu einem Flashmob, bei dem schwedische Tänze getanzt wurden (am Samstag), da ist ein riesiges H&M-Paradies (mit eigener Etage für Schuhe), gegenüber gibt es einen H&M-Home, viele tolle Geschäfte dicht an dicht. Hach, hätte ich mich da gerne ausgetobt. Aber die Vernunft hat dann gesiegt – schließlich war mein Koffer ohnehin schon zum Bersten gefüllt und außerdem waren wir ja in musikalischer und kultureller Mission unterwegs.

Wir liefen durch die Straßen, besichtigten zwei riesige Markthallen mit Lebensmitteln und Delikatessen aller Art – die neue „Hörtorgshallen“ und die historische „Östermalms Saluhall“ aus dem Jahre 1880.
Wir gingen weiter zum Strandvägen und buchten uns unsere erste Schiffchenfahrt – „Under the bridges of Stockholm“. Fast 2 Stunden lang konnten wir Stockholm vom Wasser des Sees Malären und der Ostsee bestaunen. Ob wir dabei allerdings über einen Ableger des Bermuda-Dreiecks gefahren sind, weiß ich nicht – jedoch hat es plötzlich sowohl meinen Ersatz-Akku, als auch Akkus von Stefans Cam entschärft. Und das gruseligerweise nahezu zeitgleich. Das war schon sehr ärgerlich – aber immerhin hatte ich noch einen Akku – den ich nun allerdings sehr bedächtig nutzen musste, damit er nicht im falschen Moment leer ist.

Den Abend des sehr gelungenen Tages ließen wir im O’Connell’s – einem irischen Pub in Gamla Stan – ausklingen bei riesigen 200-g-Burgern und einem unterhaltsamen Konzert der Band Le Chat Mort. Ein großartiger Abend in urgemütlicher Atmosphäre.
Auf dem Weg dorthin trafen wir zufälligerweise Sigrun und Karsten, die auch schon für das Bodyfest angereist waren. Das war eine sehr gelungene Überraschung.


Samstag, 09.10.2010

Wieder trafen wir uns zeitig zum Frühstück – unser Ziel war die Touristinfo und anschließend das Vasamuseet und das Freilichtmuseum Skansen auf der Insel Djurgården.
In der Touristinfo erfuhr Stefan, dass an diesem Abend die Blue Man Group ganz in der Nähe unseres Hostels auftrat und es auch noch Tickets gibt. Da er den Abend – im Gegensatz zu uns anderen 3 noch nicht verplant hatte – entschloss er sich, dorthin zu gehen.
Auf dem Weg von der Touristinfo zur U-Bahn reservierten wir schon einmal für Sonntagabend in der zum Nordic Hotel gehörenden Absolut Ice Bar Plätze.

Dann ging es rein in die U-Bahn und rüber nach Djurgården (inklusive übers Ziel hinaus schießen bzw. eine Station zu weit fahren).
Irgendwie haben wir es dann aber doch noch zum Vasamuseum geschafft. Die armen Schiffsbauer von früher – da zimmern und schnitzen die ewig an einem Kriegsschiff rum, verzieren das hübsch und dann sinkt es gleich nach der Ausfahrt aus dem Hafen. Das Brackwasser hat es haltbar gemacht und siehe da – 300 Jahre nach dem Untergang wurde es geborgen und kann seit dem besichtigt werden. Beeindruckend. Äußerst beeindruckend.

Ich selbst habe in dem Museum (und vorher nach dem Besuch in der Touristinfo im Stockholmer Bahnhof) erste Gehversuche gemacht, was die HDR-Fotografie betrifft. Ich muss sagen, dass ich von den ersten Ergebnissen sehr begeistert bin. Da werde ich wohl viel zu spielen haben in der nächsten Zeit.

Der Aufenthalt im Vasamuseet hat dann doch länger gedauert, als wir dachten, so dass wir Skansen leider nicht mehr schafften, anzusehen.
Wir schlenderten dann den wunderschönen Strandvägen entlang und informierten uns über eine Fahrt in die Schären, die wir am Sonntag mitmachen wollten.
Weil das Bodyfest, zu dem Jens, Denis und ich hin wollten, auch bald starten sollte, gingen wir zurück Richtung Hostel und kehrten auf dem Weg dorthin in einem Restaurangen ein, in dem wir das erste Mal schwedisch aßen. Tja… die Köttbullar schmeckten ganz genau wie bei Ikea. Das nächste Mal also doch lieber wieder einen Monsterburger.
Unsere Wege trennten sich dann – Stefan machte sich auf, eine Ausstellung über die Terrakotta-Armee und dann die Blue Man Group anzusehen und wir machten uns festivalbereit.

Mit der U-Bahn ging es dann nach Hammarbyhöjden zum Fryshuset, wo im Klubben das Festival stattfand.
Dort angekommen trafen wir wieder auf Sigrun und Karsten, andere aus Deutschland angereiste bekannte Gesichter und auch schwedische EBMer, die einem teilweise durch das Familientreffen in Sandersleben nicht gänzlich fremd waren.
Das Festival wurde eröffnet von einer Kooperation der „Stockholm Wrecking Crew“ und „No Sleep by The Machine„. Ging es bei der Wrecking Crew doch sehr strikt voran ähnlich, wie es Container 90 darbieten, überzeugte der Part, in dem No Sleep By The Machine das Mikro in der Hand hatten, durch Klinik-artige Einlagen (ich meine, auch ein Klinik-Cover gehört zu haben). Dazu wurden 4 verschiedene Percussion-Instrumente malträtiert, was mein kleines Herz höher schlagen ließ. Ein großartiger Festival-Auftakt.
Als zweiter Act stürmten SPARK! die Bühne – eine Band, die ich sehr mag und auf die ich mich auch sehr freute. Das Publikum tobte, die Stimmung war super, die Band war gut drauf. Ein Konzert, das ruhig länger hätte gehen können.
Im Foyer des Klubben legte ein DJ auch recht anhörlich auf, so dass der Smalltalk am Rande des Festivals auch gut besoundtrackt war. Zwischenzeitlich sind auch Matze und Jörn angekommen und nach und nach trudelte auch eine Reisegruppe um die Dessauer Tremorianer ein, so dass es schon fast fifty-fifty stand zwischen der Anzahl der Schweden und der Angereisten. Auf jeden Fall war es schon niedlich, so weit zu einem Festival zu fliegen/fahren und dann doch einige bekannte Gesichter zu treffen. Aber so hatte man wenigstens immer jemanden zum quatschen.
Was allerdings dazu führte, dass ich Autodafeh und Tyske Ludder nicht wirklich wahrnahm. Ich habe zwar versucht, von beiden Bands wenigstens ein paar Fotos zu machen, aber aus unerklärlichen Gründen hat hier meine Cam mächtig rumgesponnen und die Bilder unfassbar verrauscht.
Zum Glück hat sie sich wieder eingekriegt und bei meinem – und das aller anderen Anwesenden vermutlich auch – Highlight des Abends wieder brav mitgespielt: Pouppée Fabrikk. Wow! Viel mehr kann ich dazu gar nicht sagen. Es war eine Wucht! Ein absolut fulminanter Auftritt. Es gab die eine oder andere Textschwäche, aber das tat dem Ganzen absolut keinen Abbruch. Mein Lieblingssong – „Destruktor“ – wurde relativ zum Anfang schon gespielt – da war ich eh schon selig. Und überhaupt: Ich will mehr!!!
Den Abschluss des Abends bildete Front 242. Es war eine gute Show, aber irgendwie empfand ich sie anders, als hier. Denn leider kann ich nur ein „gut“ vergeben. Besser war es leider nicht. Im Nachhinein habe ich mich mit Matze ausgetauscht, der mir erklärte, warum ich es anders empfand: es war technoider. Und damit hat er Recht. Es erinnerte mich doch sehr stark an dem Auftritt im Jahr 2000 in Leipzig, der harte EBMer zum weinen brachte, die sagten „Das sind nicht mehr Front 242″…
Ok, ganz so schlimm war es in Stockholm nicht, aber die Anleihen waren auf jeden Fall da. Es war ein runder Abschluss für das Festival, das seinen Höhepunkt auf jeden Fall mit Pouppée Fabrikk hatte.
Da uns die Strapazen der letzten Tage doch recht mitgenommen hatten, sind wir nicht mehr auf der Aftershowparty geblieben, sondern haben uns das nächste Taxi geschnappt und sind zum Hostel zurück gefahren.
Hier gibt es meine Konzertfotos vom Bodyfest zu sehen.


Sonntag, 10.10.2010

Da wir eine Fahrt in die Schären geplant haben, trafen wir uns wieder sehr früh zum Frühstück, packten anschließend unsere sieben Sachen zusammen und räumten unsere Zimmer. Das Gepäck konnten wir noch im Hostel stehen lassen und stürmten dann auf die andere Uferseite, um das Boot zu bekommen. Knapp 2 Stunden fuhren wir durch die wunderschönen Insellandschaften zur Insel Grinda auf der wir 2 Stunden herum strolchten. Auch wenn Stockholm zwar eine Großstadt ist, aber dabei nicht sonderlich hektisch rüberkommt, war es doch ein unglaublicher Unterschied auf dieser nahezu nur aus Natur bestehenden Insel zu sein, auf der nur eine Handvoll typisch schwedischer Häuser steht. Dort war dann übrigens auch die erste Katze, die wir dort oben gesehen haben. In Stockholm selbst sind uns nur Hunde begegnet, allenfalls noch Bilder von Katzen.
Um 14 Uhr sollte das Boot wieder anlegen, mit dem wir zurück fahren und auf einer anderen Insel, die etwas belebter schien, aussteigen. Jedoch kam das Boot nicht. Es sammelten sich schon andere Besucher der Insel, die ebenfalls mitfahren wollten, aber das Boot ließ auf sich warten. Dummerweise solange, dass es einem unserer drei Herren (ich nenne keinen Namen) gelang, von einem glitschigen Stein abzurutschen und ins Wasser zu fallen. Zum Glück nicht vollständig, aber da es ja nicht wirklich warm war, reichte das schon aus zum frieren.
Um 14.40 Uhr kam dann endlich das nächste Boot und unser fast 2stündiger Weg führte uns dann direkt zurück nach Gamla Stan ins Hostel zum Umziehen. Zum Glück standen die Taschen ja noch dort und noch nicht am Bahnhof.
Da wir die Taschen bis 19 Uhr dort lassen konnten, haben wir uns dazu entschlossen, den Rest der Zeit bis dahin in der Gamla Stan zu verbringen. Dort trafen wir wieder unerwarteter-, aber erfreulicherweise Sigrun und Karsten.
Ein letztes Abendessen auf unserem Kurztrip führte uns zu einem Italiener. Während wir dort saßen, schaute ich irgendwann mal kurz aus dem Fenster und siehe da – schon wieder Sigrun und Karsten – die uns von draußen in just dem gleichen Moment erspähten und genauso fassungslos lachten. Sehr sympathisch – hat mich sehr gefreut, die beiden so oft gesehen zu haben – klappt es hierzulande doch leider eher seltener, da die beiden aus Frankfurt am Main kommen.

Die Zeit rückte vorwärts, so dass wir unser Gepäck abgeholt und im Bahnhof in Schließfächer verstaut haben. Dann ging es weiter in die Absolut Ice Bar. Nunja… Also… Was soll ich sagen? Abzocke hoch zehn, aber immerhin waren wir mal dort. Eine Bar aus puren Eis – eine Art Ableger des Eishotels. Man bezahlt Eintritt (140 SEK, wenn man was Alkoholfreies bzw. 180 SEK, wenn man was Alkoholisches trinken möchte), bekommt dann eine Winterkutte über, die so ein bischen nach Wichtel anmutet und hat dann je Durchgang eine dreiviertel Stunde, die man dort sein kann inklusive einem Getränk in einem Eisglas. Dazu wird laut gar schrecklicher Eurodance gespielt. Aber die Drinks sind schon recht lässig, muss ich sagen. Ich wollte mir eigentlich was mit Absolut Vanille bestellen, aber als der Barkeeper mich fragte, ob ich ihm vertraue, dass er mir was schönes mixt, stimmte ich zu. Das war mal richtig lecker fruchtig. Leider weiß ich nicht, welche Absolut-Sorte es in mein Glas aus Eis geschafft hat, aber der Saft dazu war Maracuja. Und dann kippte er noch etwas dazu… Citrus-Gedöns vielleicht? Der Wodka war vielleicht auch Citrus…? Ich weiß es nicht, aber es hat extrem gut geschmeckt. Aber einen Nachschlag wollte ich dann auch nicht mehr, der sollte nämlich nochmal 95 SEK kosten.

Anschließend gingen wir nochmal in die Altstadt, um noch einige Zeit bei O’Connell’s zu verbringen. Schöne Kneipe – ich mag es dort.


Montag, 11.10.2010

Gegen 1 gingen wir dann wieder zum Bahnhof, um einen riesengroßen Schreck zu bekommen: der Bahnhof der schwedischen Hauptstadt wird zwischen 1.00 Uhr und 5.00 Uhr früh abgeschlossen!
… ich erwähnte, dass da unser Gepäck drin war? Richtig. Das erwähnte ich.
Aber ich erwähnte nicht, dass unser Bus um 3.40 Uhr gen Skavsta startet, an dem wir mitsamt Gepäck an Bord sein sollten und wollten, weil unser Flug um 6.30 Uhr gehen sollte. Da wurde uns dann schon anders, zumal nirgends eine Nummer stand, die man anrufen konnte, wenn es Probleme gab.
Runter in den Untergrund – da trafen wir dann zum Glück Sicherheitspersonal, welches dort unten auch gerade abschließen wollte. Stefan erklärte dann die Lage und bat um Hilfe. Kurze Zeit später machten sie oben dann für uns den Bahnhof wieder auf und wir konnten unser Gepäck holen. Schreck lass nach.
Aber wohin nun mit uns? Es war nun 1 Uhr früh und das Busterminal öffnete erst um 3.30 Uhr, der Bahnhof war dicht – da konnten wir auch nicht bleiben. Nur eine kleine Ecke im Bahnhof, die offen war und die dann auch schon von einigen anderen bevölkert war. Und dann mitten in der Nacht mitten in der Stadt und kein Klo weit und breit und überhaupt – keine wirklich angenehme und einladende Option. Einen Taxifahrer fragte ich, was es kosten würde, wenn er uns nach Skavsta fährt – 1.300 SEK. Puh, nee, danke. Das ist dann doch zu teuer…
Ein Schnellrestaurant hatte noch bis 2 Uhr geöffnet in welchem wir dann auch solange blieben – ich hatte eh Hunger bekommen, so dass ich dann gleich noch einen verspäteten Mitternachtsimbiss nehmen konnte.
Als wir dann um 2 Uhr raus sind, hielt direkt vor dem Laden ein Taxi. „You need a taxi?“ – „Maybe… to Slavsta…?“ – „Yes, yes… to Skavsta.“ – „How much?“ – „800 SEK“
BINGO! Es folgte eine demokratische Abstimmung – das ist unser Mann. Im Endeffekt umgerechnet nur 7 Euro pro Person teurer als der Bus; laut Internet ist das Terminal auf dem Flughafen rund um die Uhr geöffnet – perfekt. Deal.
Also wurden wir von einem nachtblinden Taxifahrer (um die Schilder besser lesen zu können, klebte er nahezu hinterm Lenkrad an der Scheibe), der den Weg nicht mal richtig kannte und daher mit einer Hand das Handy am Ohr hielt, während er mit der anderen Hand das Navi bediente (übrigens alles bei voller Fahrt auf der Autobahn, ob er mit dem Knie lenkte, weiß ich nicht), innerhalb einer Stunde nach Skavsta gebracht, wo wir um 3 Uhr ankamen und es uns auf ein paar Stühlen an der Heizung „bequem“ machten. Ich fühlte mich wie im Paradies – erst recht, als ich Zähne putzen gehen konnte.
Es war interessant zu sehen, wie der Flughafen zu Leben erwacht – wie die Geschäfte öffnen und immer mehr Fluggäste eintrudeln.
Zum Abschluss vorm Einchecken habe ich mir noch einen unglaublich göttlichen Schoko-Muffin und einen Latte Macchiato gegönnt und dann ging es auch schon bald wieder an Bord. Nach Berlin dieses Mal ohne Turbolenzen, nur das Aussteigen war sehr ernüchternd – eine unglaubliche Schweinekälte hier in Tyskland.
Stefan verabschiedete sich am Flughafen, um zu einer Mitfahrgelegenheit gen Leipzig zu kommen und Jens, Denis und ich starteten durch gen Braunschweig.


Das war ein großartiges verlängertes Wochenende. Hat Spaß gemacht mit meinen Begleitern. Stockholm ist eine unglaublich wunderschöne Stadt, die ich jedem nur wärmstens empfehlen und ans Herz legen kann.
Ich muss sie unbedingt bald wieder besuchen – dann auch aus völlig materialistischen Gründen – Shopping. Und noch viel mehr Fotos machen. Mit Spiegelreflex und ohne defektem Akku. Das ist der Plan.
Aber als nächstes steht erstmal wieder Antwerpen im Dezember im Programm. Und dann Prag; im März. Und dann würde ich schon wieder mit Stockholm liebäugeln… vielleicht im Mai… oder im Juni…?

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5 Responses to “Kurztrip nach Stockholm”

  1. Sigrun Says:

    Spannender Bericht und (auch hier) klasse Fotos, Jana. Eure letzte Nacht war ja mega-aufregend, um nicht zu sagen nervenaufreibend!! Wir haben diesmal gelernt, dass es in der Nähe der Tunelbana-Station Slussen (unter Katarinahissen) eine Filiale einer bekannten Schnellimbisskette gibt, die 24h offen hat. Dies zur Info, für alle Fälle 😉
    Achja, danke für’s Verlinken und viele Grüße aus FFM und bis damnächst, Sigrun

  2. ebm-mietze Says:

    Oh, na das ist doch gut, zu wissen, dass da doch noch eine 24h-Fastfood-Bude existiert. 🙂
    Wobei wir schon gesagt haben, dass wir – sollte das mit den Zeiten nochmal so fallen – wir wenigstens noch ein Zimmer buchen, in das man sich dann zur Not zurückziehen kann. Das war fast am falschen Ende gespart – aber zum Glück ist es ja alles nochmal gut gegangen. 🙂

  3. Jahresrückblick 2010 | EBM-Mietze Says:

    […] Oktober unternahm ich etwas, was ich schon seit mindestens 2007 machen wollte: ich flog nach Stockholm. Die schönste Stadt, die ich je sah. Da muss ich unbedingt nochmal hin. Eine neue Spielerei, der […]

  4. WGT 2011 | EBM-Mietze Says:

    […] Fabrikk betraten die Bühne – unterstützt von Stefan Nilsson von Spetsnaz. Wir erinnern uns: letztes Jahr im Oktober flog ich extra nach Stockholm, um sie zu sehen. Ich fand es gut, aber irgendwie passte das mit der Parkbühne nicht so richtig. […]

  5. Grande Says:

    die HDR-Bilder sehen echt toll aus! danke für den ausführlichen reisebericht.

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